Grüne gegen "Made-in-China"!
Grünes Plädoyer für preiswertes Betonpflaster statt billigen Naturstein aus China
Nachdem es offenbar eine politische Mehrheit für einen sogenannten „Naturstein-Teppich" auf dem Brink zu geben scheint, beziehen die Grünen vor der Sondersitzung des Stadtrates am kommenden Dienstag Stellung.
Aus Sicht der Grünen kann und darf es hier bei verantwortlich denkenden Ratsmitgliedern nicht nur um finanzielle Aspekte gehen. „Es verbietet sich jeglicher Fraktionszwang, denn es geht um Aspekte, die in der Abstimmung letztlich jedes Ratsmitglied vor seinem eigenen Gewissen verantworten muss", so Fraktionssprecher Albert Lüttmann. Wer über den Preis argumentiere, ignoriere Produktionsbedingungen, Transport- und Zeitaufwand. Zudem hätten sich die Grünen bereits im Wahlprogramm gegen einen Brink „Made in China" gestellt.
„Es stellt sich doch die Frage, wie es sich überhaupt lohnen kann, einen Naturstein irgendwo in Fernost aus dem Berg zu brechen, maßgerecht zu zerteilen, die Oberflächen zu bearbeiten, versandfertig zu machen und zu einem wettbewerbsfähigen Preis über einen Großhändler nach Emsdetten zu exportieren", so Oliver Kellner, Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur. Dies könne nur der Tatsache geschuldet sein, dass in der chinesischen Diktatur Arbeitsbedingungen und Gesundheitsaspekte keine Relevanz hätten und insbesondere auch keinerlei Tarifverträge existieren, so Kellner weiter.
Die äußerst angespannte Haushaltslage ist auch auf die gesamte Maßnahme der nach Ansicht der Grünen völlig überzogenen Innenstadtsanierung zurückzuführen. Trotz des Zuschusses der Emsig kann die Entscheidung nur für das preiswertere Material fallen und damit für das farblich in die Gesamtmaßnahme eingepasste, schmutz- und wasserabweisend imprägnierte Betonpflaster, so die Meinung der Grünen in einer Pressmitteilung.
„In der Praxis ist kein Unterschied wahrnehmbar", stellt Ratsmitglied Arnold Gieseke fest. Überprüfen könne dies jeder in der Frauenstraße, wo das Betonpflaster bereits verlegt wurde - ohne die nun vorgeschobenen Vorbehalte hinsichtlich der Haltbarkeit und der Vermutung, dass die Steine ‚in 30 Jahren zerbröckeln' würden, wie mehrfach von der CDU zu hören war. Gieseke ist überzeugt: „Der Stein liegt gut, hält auch die Kirmes aus, und überzeugt damit funktional aber insbesondere auch optisch." Stattdessen bröckele an vielen Stellen bereits der chinesische Naturstein, so unter anderem am Katthagen und in der Frauenstraße.




